auswertung

Haben Sie etwas bemerkt? Keine meiner Fragen bezog sich auf die Größe der Yacht, das Baumaterial oder den Preis. Diese Entscheidungen kommen später. Zuerst möchte ich Ihnen die Hintergründe für meine Fragen erläutern:

1. WO wollen Sie segeln?
Auswertung 1 Natürlich träumen sicher viele SeglerInnen vom warmen Meer, einsamen Inseln und Delphinen drumherum. Jeden Tag baden und im blauen Meer schnorcheln… Dieser Traum ist erfüllbar, erfordert aber neben einem gehörigen finanziellen Polster für die Anreise zum Mittelmeer vor allem sehr viel Zeit. Die meisten Menschen mit viel Geld haben leider wenig Zeit. Hier bestehen aber Möglichkeiten einer Eignergemeinschaft oder eines Kaufchartermodells. Alternativ bietet sich die Ostsee an, welche eines der besten Segelreviere direkt vor der deutschen Küste bietet. Und von hier kommen Sie überall hin.


2. WIEVIELE Personen segeln gleichzeitig zusammen?
Auswertung 2 Wohlfühlen an Bord hängt auch vom verfügbaren Platz für den Einzelnen ab. Meistens geht der Wunsch in Richtung größerer Yachten mit Platz für Kinder, Enkel, Freunde. Aber bitte bedenken Sie auch, dass jeder Meter Schiff eine deutlich fünfstellige Summe und mehr kosten kann, von den Folgekosten ganz zu schweigen. Überlegen Sie mit uns genau, welche Yachtgröße wirklich Ihren Anforderungen entspricht. Zu groß wird schnell zu teuer, zu klein wird schnell strapaziös. Insbesondere wer mit kleinen Kindern segelt, wird schnell merken, wie die Yacht jedes Jahr „kleiner“ wird. Hier kann man mit einem kleinen Gebrauchtboot beginnen und nebenbei auf die große Yacht sparen oder gleich etwas größer starten.


3. ANKERN Sie gern und oft?
Auswertung 3 Wer träumt nicht vom Sonnenaufgang in einer einsamen, menschenleeren Ankerbucht? Von Bord ins blaue Meer springen und das Leben genießen. Zugegeben, diese Buchten werden immer seltener, aber sie sind immer noch zu finden. Sowohl an der Ostsee, in den Binnenrevieren Mecklenburgs als auch im Mittelmeer (vor allem rund um die Balearen und Korsika) finden sich traumhafte Buchten zum Ankern. Ich will Sie ermutigen, oft und gern zu ankern. Hierzu gehört neben einer Portion Erfahrung aber vor allem ein hervorragendes, sicheres Ankergeschirr sowie ein Schlauchboot, um an Land zu kommen. Vor allem wer mit Kindern reist, muss diese Landverbindung unbedingt haben. Der Bewegungsdrang eines Kindes lässt sich an Bord einer Yacht nicht befriedigen. Beim Ankern lässt sich jede Menge Geld sparen, jedoch benötigt man größere Trinkwassertanks und unter Umständen eine alternative Stromversorgung per Windkraft oder Sonne.


4. WIEVIELE Tage im Jahr wollen Sie an Bord verbringen?
Auswertung 4 Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie viele Tage eine Segelyacht an der Ostsee im Wasser liegt (also zum Segeln benutzbar wäre) und wie viele Tage darauf wirklich jemand segelt? Bei einer Saison von April bis Oktober sind dies ungefähr 28 Wochen = 214 Tage. Rechnen Sie nun mit 4 Wochen Urlaub und 10 Wochenenden, so kommen 48 Tage Segeln zusammen. Die meisten Schiffe werden kaum mehr benutzt. Bitte bedenken Sie aber, das ein Schiff immer Geld kostet, nämlich Liegegebühren und Versicherungen. Vom eventuellen Wertverlust ganz zu schweigen. Warum kaufen trotzdem so viele Menschen eine Yacht, wenn die Nutzung doch gerade mal 13 % des Jahres beträgt. Es gibt hierauf keine logische Antwort. Eine eigene Yacht ist mit derart vielen Emotionen behaftet, dass der Besitz sich nicht logisch erklären ließe. Denn auch die Arbeiten im Winterlager sowie die Vorbereitungen, das Ein- und Auskranen sowie eventuelle Verlegungstörns ins Winterlager gehören dazu. Und eingesparte Urlaubskosten (eigene Yacht statt teurer Hotels) darf man bei einer Gesamtbetrachtung auch nicht außer acht lassen. Ein Schiff wird also schnell zum „Familienmitglied“, welches Zeit erfordert, aber auch viel Erholung bringt. Wenn die ganze Familie dieses Hobby lieben lernt, gibt es nichts Schöneres auf der Welt als am Wochenende die Leinen lösen zu können und die Verbindungen ans Land und den Alltag hinter sich zu lassen. Ich verspreche Ihnen: Jedes Segelwochenende wird Ihnen in Zukunft wie ein kleiner Urlaub vorkommen, sie werden am Montag erholter und entspannter auf Arbeit erscheinen und Ihre Kinder werden schon am Mittwoch fragen, wann es wieder gen Küste geht. Damit dies alles so eintritt, brauchen Sie aber kein Traumschiff (die gibt’s eh nur im Traum), sondern eine Yacht, welche zu Ihnen, Ihren finanziellen und zeitlichen Voraussetzungen sowie vor allem zu Ihren Segelkenntnissen passt. Das ist unser Weg!! Gemeinsam mit Ihnen und Ihrer Familie werden wir eine passende Yacht für Sie finden sowie die dafür notwendige Finanzierung planen, damit Ihr Traum in Erfüllung gehen kann. Schließlich spielen auch Renditengesichtspunkte zunehmend eine Rolle beim Yachtbesitz, da eine Segelyacht auch an Wert gewinnen kann. Beste Beispiele sind die manchmal gegenüber dem früheren Kaufpreis stark gestiegenen Gebrauchtpreise, auch für Serienyachten. In Zeiten steigender Rohstoffkosten kann eine Yacht also auch eine Wertanlage mit zusätzlichem Freizeit- und Erholungseffekt sein.


5. WELCHE Segelscheine und Erfahrungen bringen Sie mit?
Seien Sie unbedingt ehrlich und prüfen Sie genau, ob die Erfahrungen ausreichen. Ein Kratzer an der neuen Yacht ist teurer als ein Skippertraining oder ein Auffrischungskurs. Aus meiner langjährigen Erfahrung kenne nicht nur ich das folgende Procedere: Skipper steht am Rad und kurbelt, gestikuliert und schreit, während die Ehefrau mit den Leinen hantiert, die viel zu weit wegliegenden Dalben nicht erreicht und der Seitenwind das Schiff fest im Griff hat. Leider lassen wie beim Autofahren die Männer die Frauen kaum ans Steuer, und die Frauen trauen sich auch viel zu selten. Damit Ihnen dieses und der darauf folgende Familienstreit erspart bleibt, bieten wir Ihnen folgende Wege an: Skippertraining für beide Yachteigner, Training für mitsegelnde Kinder auf Charteryachten sowie auf Ihrer eigenen Yacht. Dies kostet Sie nur einen Bruchteil vom Yachtpreis – und der Familienfrieden bleibt gewahrt. Mann wird froh und stolz sein, wenn auch Frau die Yacht sicher beherrscht. Verblüffen Sie Ihre Stegnachbarn, indem Sie in Zukunft öfters mal die Rollen tauschen!! Es lohnt sich wirklich. Die Wartezeit auf Ihr Schiff sollten Sie unbedingt für die Auffrischung Ihrer Segelkenntnisse nutzen.

Haben Sie etwas bemerkt? Nicht eine Frage wendete sich an Bauart und Material der Yacht, an Bootslänge oder Takelung oder an Ihren finanziellen Hintergrund. Diese Dinge sind für uns zu anfangs zweitrangig. Denn Sie sollen eine auf Ihre BEDÜRFNISSE maßgeschneiderte Yacht bekommen. Über die Finanzierung sprechen wir später in einem separaten Kapitel. Hier nun eine Übersicht der einzelnen Varianten eines Yachtbesitzes/einer Yachtnutzung mit allen Vor- und Nachteilen:


Variante Eigentumsanteil Nutzungsanteil Vorteile Nachteile
Yachteigner 100 % 100 % alleiniges Nutzungsrecht, persönliche Sachen können auf dem Schiff verbleiben alle Kosten und Arbeiten müssen alleine getragen werden, u.U. wenig Nutzung mangels Zeit
Eignergemeinschaft Anteil je nach Anzahl der Miteigner (typisch 50 oder 33 %) Anteil je nach Anzahl der Miteigner (typisch 50 oder 33 %) Kosten und Arbeiten werden geteilt feste Zuteilung der Nutzungszeiten, persönliche Sachen müssen u.U. von Bord genommen werden, Nutzung in der Hauptsaison eingeschränkt
Kaufcharteryacht 100 % meist nur wenige Wochen im Jahr nutzbar ein Großteil der Kosten wird über die Vercharterung erwirtschaftet, im optimalen Fall können andere Yachten des Anbieters mitgenutzt werden (Revierwechsel) stark eingeschränkte Nutzungsrechte in der Hauptsaison, die der Vercharterer nutzen möchte, keine persönlichen Sachen auf dem Schiff, erhöhte Abnutzung
Charteryacht 0 % nur die bezahlten Chartertage nur die wirkliche Nutzung wird direkt bezahlt, keine Folgekosten, Revierwechsel einfach möglich wenige Kenntnisse über die Yacht, kein Eigentumsgefühl

Wie Sie erkennen, hat jede Variante neben Ihren Nachteilen auch ihren Charme. Welches für Sie die wirklich Beste ist, lässt sich nur nach genauer Analyse Ihrer Bedürfnisse feststellen. Steuerliche und Finanzierungsgesichtspunkte lassen wir hierbei vorerst beiseite.